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25.10.2018

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HCM & PKD negative Ragdoll Cattery

Feline infektiöse Peritonitis

Auszug aus der Broschüre von Laboklin

Was ist eine FIP?

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine Erkrankung, die durch eine Infektion mit so genannten Coronaviren (FCoV) ausgelöst werden kann. Kommt es zu einer Ausbildung einer FIP, zeigen sich klinisch zwei verschiedene Ausprägungsformen: Die feuchte Form und die trockene Form. Bei der feuchten Form kommt es zur Ausbildung einer hochgradigen bacuhwassersucht, wohingegen es bei der trockenen Form zu Ablagerungen auf und in den Organen kommt. Dabei sind hauptsächlich Leber und Lunge sowie die Nieren betroffen. Die Katzen entwickeln häufig eine Blutarmut mit Gelbsucht, Abmagerung und hohem Fieber.

 

Wie entsteht eine FIP?

Nach der Infektion mit Coronaviren erfolgt die Virusvermehrung zuerst im Dünndarm. Diese Infektion verläuft meist ohne Krankheitserscheinungen oder mit leichten Durchfällen. Von dort können die Viren dann in die Darmlymphknoten und in Zellen verschiedener Organe gelangen. Inwieweit es nun zu einer Erkrankung kommt hängt sowohl vom Immunsystem des Tieres, als auch von der Aggressivität des Virusstammes ab. Nun kommt es, ahnlich einer Allergie, zu einer Überreaktion des Immunsystems, das dann die klinischen Symptome verursacht.

 

Wie werden Coronaviren übertragen?

Feline Coronaviren werden durch infizierten Kot und durch Speichel übertragen. Katzen infizieren sich dabei meist über mit anderen Katzen geteilte Futterschalen und Katzentoiletten.

 

Gibt es eine Therapie für eine FIP?

Leider nein!

 

Ist es möglich eine FIP sicher nachzuweisen?

Nein, jedenfalls nicht am lebenden Tier. Durch verschiedene serologische wie molekularbiologische Untersuchungen kann man sich aber diagnostisch annähern. Erhöhte Gesamteiweißwerte und ein charakterlicher Verlauf einer Proteinelektrophorese können wietere Hinweise geben.

 

Wann ist eine Serumuntersuchung sinnvoll?

Eine serologische Bestimmung des Antikörpertiters bei einem gesunden Tier ist immer dann zu empfehlen, wenn es in einen seronegativen Bestand verbracht werden soll. Auch im Vorfeld einer FIP - Impfung ist eine Antikörpertiterkontrolle sinnvoll. Dabei sagt ein positiver Titer, dass die Katze Kontakt zu Coronavirus hatte. Bei einer gesunden Katze und vor allem wenn diese Tiere aus Zuchten oder Tierheimen stammen, sind auch hohe Titer nicht selten. Sie lassen nicht darauf schließen, dass diese Katze an FIP erkranken wird. Bei dem verdacht einer FIP - Erkrankung ist die Antikörpertiterbestimmung als Teil der sehr schwierigen Diagnosefindung mit einzubeziehen. In manchen Fällen sind auch bei erkrankten Tieren niedrige Antikörpertiter zu finden. Hier kam es zu einer Bindung der Antikörper mit dem Virus, wodurch sie nicht mehr nachweisbar sind.

 

Wie groß ist das Risiko, dass andere Katzen im Haushalt auch erkranken?

Die FIP ist in der Regel eine Einzeltiererkrankung. Selten kommt es zu mehreren Fällen in kurzen abständen innerhalb eines Bestands, da sich das Immunsystem der Katzen ganz individuell mit dem Erreger auseinander setzt.

 

FIP - Impfung, ja oder nein?

Bei einer Impfung wird ein spezielles Impfvirus über die Nase verabreicht. Damit wird das Tier an der Eintrittspforte, also dort, wo der erste Kontakt mit dem Coronavirus bei einer Infektione stattfindet, geschützt, bildet aber in der Regel keine im Blut nachweisbaren Antikörper aus. Leider gibt die Impfung keinen 100% - Schutz, sie reduziert aber das Risiko einer Infektion.

 

 

Impfung NUR bei NEGATIVEM Titer = 0

 

 

Eine Information des CFA Health Committees

zusammengefasst von Dr. Susan Little im September 1999

Zu den am wenigsten begreifbaren und noch immer rätselhaften felinen Viren gehört das Feline Coronavirus - jenes Virus, das für die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) verantwortlich ist. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies eine der am meisten gefürchtetsten Krankheiten in den Catteries ist. Viele Zuchten, die schon über mehrere Jahre bestehen, beginnen beim Thema FIP abzublocken. Trotz des Umstandes, dass diese Krankheit in der Cat Fancy kein Geheimnis ist, werden befallene Catteries falscherweise sofort gemieden und geächtet. Alle Züchter sollten sich bemühen, diese Krankheit zu begreifen und lernen, wie man sie bekämpft.
Während die erste Beschreibung (1963) der Felinen Infektiösen Peritonitis von Dr. Jean Holzworth stammt, gibt es Berichte von klinischen Fällen, die höchstwahrscheinlich FIP waren, seit etwa 1914. Obwohl wir seit langer Zeit dieses Virus kennen, wissen wir frustrierend wenig darüber. Jedenfalls wurden in den vergangenen 5 Jahren viele neue Forschungen begonnen, die nun langsam Licht in dieses allgegenwärtige feline Gesundheitsproblem bringen. Dieser Artikel soll einige der neueren Informationen aufzeigen und einige der alten Vorstellungen, wie sie in den verschiedenen Medien veröffentlicht wurden, entkräften.
Im Gegensatz zu anderen felinen Viren wirkt das Feline Coronavirus auf unterschiedliche Weise:

37766. Systemische Antikörper haben keine Schutzfunktion für die Katze und könnten eine Rolle bei der FIP selbst spielen
37767. Antikörper-Titer haben keine Aussagekraft für die Diagnose oder Prognose von FIP
37768. Eine Impfung ist erhältlich, aber es gibt keine einheitliche Meinung über die Wirksamkeit oder Sicherheit

Vorerst einige Bemerkungen zur Terminologie (Bedeutung der Worte und Abkürzungen):
·FIP ist der Ausdruck für die klinische Erkrankung, die mit einer Felinen Corona-Virus-Infektion in Zusammenhang gebracht wird.
·Die normal gutartige Form des Felinen Coronavirus wird als FECV (Felines Enteronales Coronavirus) bezeichnet.
·Wenn FECV zu einer krankheitsverursachenden Form mutiert, spricht man vom FIPV (Felines Infektiöses Peritonitis Virus).
·Im allgemeinen werden die Felinen Coronaviren als FcoV bezeichnet.

FECV ist ein sehr verbreitetes, hoch infektiöses Katzenvirus. Es gehört zur Familie der Coronaviren, deren Mitglieder auch andere Spezies infiziert (Menschen, Schweine, Rinder, Pferde, Vögel, Hunde). Die Mehrzahl der Katzen mit FECV (etwa 95 % oder mehr) bleiben gesund. Nur in einigen wenigen Fällen ist die FECV-Infektion das erste Glied in einer Kette von Ereignissen, die zu FIP führt. Das passiert deswegen, weil Coronaviren aus einer großen Zahl von Nukleotiden bestehen, dem genetischen Grundmaterial, und diese sehr zu Mutationen neigen. Während des Reproduktionsvorganges des Virusses passieren beim Kopieren dieser Nukleotiden immer wieder Fehler. Je mehr Nukleotiden, desto mehr Fehler sind möglich. Während die meisten dieser Fehler harmlos sind, ermöglichen einige dem FECV, die Krankheit auszulösen. Diese mutierten FECV-Arten werden FIPV genannt.
Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass mutierte FECVs innerhalb einer Katze wachsen. Deshalb wissen wir jetzt, dass die große Mehrheit aller Katzen FIP nicht "fängt", sondern aus ihren mutierten FECV selbst entwickelt. Eine Übertragung der FIP von Katze zu Katze wird als selten betrachtet. Dieses Faktum hat dazu geführt, dass FIP-Forscher nunmehr sagen, eine an FIP erkrankte Katze stellt kein besonderes Gesundheitsrisiko für andere Katzen dar und muss daher nicht isoliert werden.
Es wurde angenommen, dass in Multi-Katzenhaushalten, wo FECV Eingang gefunden hat, ca. 80 - 90 % der Katzen infiziert sind. Speziell Catteries sind sehr wahrscheinlich FECV positiv, weil der Verkehr von Katzen und Kitten in und aus der Einrichtung üblich ist. Zum Vergleich dazu ist das Auftreten von FIP sehr gering. Im allgemeinen haben die meisten Catteries über die Jahre weit weniger als 10 % Verluste durch FIP erfahren. Es gibt nur ganz wenige Aufzeichnungen, wo eine scheinbare FIP-Epidemie in Zusammenhang mit einer höher als 10 %-igen Sterblichkeitsrate, gemessen über einen kurzen Zeitraum, gebracht wird. Ein möglicher Faktor in diesen Epidemien ist das Ausscheiden von bösartigen Viren, eine eher ungewöhnliche Situation. Meistens sind Verluste nur sporadisch und unvorhersehbar. Das gefährdete Alter für FIP-Verluste ist die Zeitspanne vom 6. Lebensmonat bis zum 2. Lebensjahr (mit der höchsten Auftretens-Rate im Alter von 10 Monaten). Eine altersbedingte Immunität gegen FIP erscheint möglich. Eine FIP-Übertragung von einer trächtigen Mutter auf ihre ungeborenen Kätzchen konnte bisher nicht bewiesen werden.

Was sind die Faktoren, die einen kleinen Prozentsatz der Katzen mit FECV zur Entwicklung von FIP prädisponieren? Derzeit sind Forschungen im Gange, um Antwort auf diese Frage zu bekommen, aber einige Fakten sind bereits klar erkennbar. Dr. Janet Foley und Dr. Niels Pedersen von der Universität von Kalifornien in Davis haben drei Grund-Risikofaktoren erkannt:

37781. Genetische Anfälligkeit
37782. Das Vorhandensein von chronischen Ausscheidern und
37783. Ein besonders hohes Katzenvorkommen, was die Verbreitung von FECV begünstigt.

Eine genetische Prädisposition zur Entwicklung von FIP wurde von Dr. Foley und Dr. Pedersen bereits 1996 festgestellt. Sie prüften Pedigrees und Gesundheitsdaten von 10 Generationen Katzen in den verschiedenen Zwingern und fanden heraus, dass die Vererbbarkeit der Anfälligkeit für FIP sehr hoch sein kann (um die 50 %). Es ist wohl eher ein polygenes Merkmal als nur einfach eine dominante oder rezessive Spielart von Vererbung. Inzucht als solche stellt keinen Risikofaktor dar. Das Selektieren auf eine allgemeine Krankheitsresistenz ist ein sehr hilfreiches Werkzeug für Züchter. Der wahrscheinliche Fehler in der Immunität gegenüber FIP liegt in der zellbedingten Immunität. Deshalb sind Katzen, die anfällig für FIP sind, auch sehr wahrscheinlich anfällig gegen einige andere Infektionen, besonders Pilz- und Virus-Infektionen. Diese Erkenntnisse gibt Züchtern die Möglichkeit, bei der Reduktion des Risikos FIP erfolgreich zu sein: durch die Anwendung von Pedigree-Analysen und der Selektion von Zuchtkatzen nach Familienhintergrund mit einer starken Resistenz gegen FIP und andere infektiöse Krankheiten.

Die Forschung hat gezeigt, dass es bei der Infektion mit FECV zwei Hauptmuster gibt. Die meisten Katzen werden infiziert und genesen wieder, sind aber nicht immun. Sie sind anfällig für die Wiederinfektion, sobald sie wieder mit dem Virus in Kontakt kommen. Eine kleine Zahl von Katzen infizieren sich, genesen aber nicht mehr. Sie werden dauernde Ausscheider von FECV im Zwinger und sind die Ursache für die Wiederansteckung der anderen Katzen. Deshalb ist der Schlüssel zur Elimination von FECV (und damit auch des FIP-Risikos) in einer Zucht das Erkennen und Entfernen von chronischen Ausscheidern. Derzeit gibt es jedoch noch keinen einfachen Weg festzustellen, welche Katzen in einem Zwinger ständige Ausscheider sind. Der traditionelle Antikörper-Titer für FECV kann nicht für die Feststellung von chronischen Ausscheidern angewendet werden. Die wirkungsvollste und praktischste Art ist die PCR-Analyse der Fäkalien auf das Vorhandensein von FECV, ein Test, der noch immer nicht überall verfügbar ist.
Zusätzlich zum Aufbau von krankheitsresistenten Zuchtstöcken können Züchter wirtschaftliche Praktiken anwenden, um die Ausbreitung von FECV und die Entstehung von FIP hintanzuhalten. Viele Katzen auf engem Raum begünstigen die Übertragung des höchst ansteckenden FECV. Dr. Diane Addie von der Universität Glasgow in Schottland empfiehlt die individuelle Katzenhaltung als idealen Weg für Catteries. Da dies aber nicht immer möglich ist, empfiehlt sie die Haltung von Zuchtgruppen von nicht mehr als 3 oder 4 Katzen. Jungtiere sollten in Altersgruppen gehalten werden und nicht mit erwachsenen Katzen der Cattery zusammenkommen. Jede Maßnahme, die den Umgebungsstress und den sozialen Stress in der Zwinger-Population verringert, hat Besserungseffekt.
FECV wird in erster Linie über den fäkal-oralen Weg verbreitet und, seltener, durch Speichel und Atemtröpfchen. Das Virus kann in der Umgebung in getrockneten Fäkalien im Katzenstreu 3 bis 7 Wochen leben, darum ist das hemmungslose Reinigen von Käfigen und Katzenklos wichtig, um die Zahl der Viren in der Umgebung zu senken. Es ist wichtig, genügend Katzenklos zum Wechseln zu haben, dass die Streu täglich gereinigt wird und die Klos wöchentlich gewaschen und desinfiziert werden. Katzenklos sollten getrennt von Futterschüsseln aufbewahrt werden und auf dem Boden verstreute Streukörnchen sollten regelmäßig mit dem Staubsauger entfernt werden.
Dr. Addie hat auch die Methode der frühen Entwöhnung und Isolation der Jungtiere einer FECV-positiven Mutter beschrieben. Diese besteht aus einer rigorosen, getrennten Aufzuchts-Technik, um die Ausbreitung des höchst ansteckenden FECV zu vermeiden, und ist daher nicht für jeden Züchter oder jede Cattery geeignet. Zuerst wird die trächtige Katze in einem eigenen Raum isoliert, um die Kätzchen zu bekommen. Wenn sie 5 oder 6 Wochen alt sind (der Zeitpunkt, wo ihre maternale Immunität gegen das FECV langsam schwindet), werden sie von der Mutter getrennt und separat gehalten. Einige der Schwierigkeiten dabei sind die erforderlichen strikten Desinfektionsprozeduren und die möglichen Sozialisierungsschwierigkeiten bei den Jungtieren. Wenn es jedoch gewissenhaft ausgeführt wird, können nicht nur FECV-negative Kitten produziert werden, sondern die Kitten sollen auch oft weniger anfällig gegen Atemwegserkrankungen und andere bekannte Jungtierkrankheiten sein.

Wie so viele Aspekte der FIP bleibt auch das Testen problematisch. Es gibt bis heute keine Möglichkeit, gesunde Katzen auf die Wahrscheinlichkeit, FIP zu bekommen, zu untersuchen.

Antikörper-Titer stehen in keiner Beziehung zum Risiko der FIP und sollten nicht für die Beurteilung der Katze herangezogen werden. Sowohl bei der Interpretation des Tests als auch bei der Kontrolle der Qualität eines Labors gibt es Probleme. Ein paar wenige Labors bieten neuere Tests auf DNA-Basis an, von denen behauptet wird, sie seien FIP-spezifisch. Diese Tests sind jedoch noch nicht ausreichend von Experten geprüft worden, sie sind keiner wissenschaftlichen Überprüfung durch Forscher außerhalb der Laboratorien, wo sie entwickelt wurden, zugeführt worden. Zusätzlich dazu gibt es keine veröffentlichten Studien, die den genetischen Unterschied zwischen FECV und FIPV festgestellt haben. Das Cornell Feline Health Center (das Zentrum für Feline Gesundheit an der Cornell-Universität) veröffentlichte 1998 einen Artikel, in dem gewarnt wird, daß der sogenannte FIP-spezifische ELISA-Test auf nicht ausreichenden Daten basiert und die Aussagen noch keinen Wert haben.

Der Umstand bleibt, daß wir bei gesunden Katzen keine Möglichkeit haben, FIP festzustellen. Noch haben wir einen idiotensicheren Weg, FIP in einer kranken Katze zu diagnostizieren.

Was uns bleibt, ist eine Biopsie oder die Erkenntnisse nach einer Nekropsie. Erst kürzlich hat Dr. Andrew Sparkes und Coll. von der Universität in Bristol, England, vorgeschlagen, dass sich mit dem Kombinieren von verschiedenen Testresultaten (Globulinspiegel, Lymphozytenzahl), zusammen mit klinischen Erkenntnissen und dem Antikörper-Titer FIP mit einem gewissen Grad an Sicherheit feststellen oder ausschließen lässt. Trotzdem bleibt es dabei, daß ein negativer Antikörper-Titer FIP nicht ausschließt, noch gestattet ein positiver Titer die Diagnose FIP. Ein Vorteil der neuen, DNA-basierenden Tests könnte die Verwendung von Körperflüssigkeit sein, wie Flüssigkeiten aus Ansammlungen im Brust- oder Bauchraum einer kranken Katze. Wird das Virus in diesen Flüssigkeiten gefunden, bestätigt dies die vermutete Diagnose von FIP.

Das wahrscheinlich umstrittenste Gebiet in jeder FIP-Diskussion ist Primucell FIP, die Impfung von Pfizer Animal Health, die seit 1991 auf dem Weltmarkt ist. Der Impfstoff ist ein modifiziert-lebender, temperaturempfindlicher viröser Mutant, zugelassen für intranasale Anwendung bei Katzen ab einem Mindestalter von 16 Wochen. Der Erzeuger empfiehlt eine jährliche Wiederholungsimpfung, obwohl keine Studien über die Fortdauer der Immunität vorhanden sind. Der Impfstoff ruft eine örtlich begrenzte Immunität hervor und produziert auch einen Antikörper-Titer. Die Beurteilung von Risiken und Vorteilen im Zusammenhang mit diesem Impfstoff ist ein schwieriges Unterfangen und hat zu vielen Auseinandersetzungen geführt.

Weil FIP eine schwere und tödliche Krankheit ist, bedeutet die Sicherheit jeder Art von Impfstoff allerhöchste Priorität. Dr. Fred Scott vom Cornell Feline Health Center schloss in einem kürzlich veröffentlichten Vortrag, dass die Risiken im Zusammenhang mit dem Primucell FIP-Impfstoff in den meisten Situationen minimal sind. Er merkt an, dass der Impfstoff seit 7 Jahren verwendet wird, bei keinem Ansteigen der Häufigkeit von FIP. Beunruhigende Berichte über ein Phänomen, genannt "antikörper-abhängige Steigerung" (ADE - antibody-dependent enhancement) der Infektion, beruht auf einigen Laboratorien, wo Katzen, die mit dem Impfstoff geimpft und experimentell mit dem Virus angesteckt wurden, die Krankheit mit einem beschleunigten Verlauf entwickelten, anstatt vor ihr geschützt zu sein. Es ist nicht bekannt, ob dieses Phänomen ADE auch unter normalen Umständen vorkommt, und man kann es auch nicht leicht herausfinden. Sollte es tatsächlich vorkommen, so ist es wahrscheinlich ein höchst ungewöhnliches Ereignis, aber schon allein die Möglichkeit bleibt beängstigend.

Andererseits scheinen die Vorteile des Primucell FIP-Impfstoffes ebenfalls nur gering zu sein. Die beste Effizienz für den Impfstoff wird erzielt, wenn FCoV-negative Katzen im Mindestalter von 16 Wochen zweimal im 3-Wochen-Abstand geimpft werden, berichtet Dr. Nancy Reeves in einer Studie, die 1995 veröffentlicht wurde. In dieser Studie wurden FCoV-negative Katzen geimpft, ehe sie in ein großes Katzenheim gebracht wurden, wo FIP endemisch (immer wieder auftretend) war. Die geimpften Katzen wiesen eine signifikant niedrigere Todesrate auf als die nicht geimpften Katzen. Die Wirksamkeit der Impfung wird mit 75 % kalkuliert (vermeidbarer Bruchteil).

In Zwingern, wo FIP immer wieder auftritt, so haben Studien bewiesen, hat der Impfstoff keine Auswirkung auf die Häufigkeit der Erkrankungen. Eine der Ursachen dafür könnte sein, das die meisten Kitten in den Catteries zwischen der 6. und 10. Woche infiziert werden, also lange vor dem 16-Wochen-Alter, für das der Impfstoff zugelassen ist. Ist eine Katze mit FCoV erst einmal infiziert, hat die Impfung keinen Vorteil mehr. Einige Züchter haben den Impfstoff früher als in der 16. Lebenswoche angewandt, um dieses Problem zu umgehen. Dr. Johnny Hoskins hat ein Impfprotokoll für Catteries ausgearbeitet, wo weniger als 16 Woche alte Kitten immer wieder der FIP zum Opfer fielen. Er empfiehlt, den Impfstoff im Alter von 9, 13 und 17 Wochen zu geben, mit jährlicher Auffrischung. Will man dieses Protokoll anwenden, muss man wissen, dass noch keine Studien an Kitten unter einem Alter von 16 Wochen angestellt wurden und dass die Verwendung in diesen Altersstufen entgegen der Gebrauchsanweisung ist. Es scheint so, als ob die Verwendung des Impfstoffes nach Gebrauchsanweisung des Erzeugers auf die Impfung von FCoV-Antikörper-negativen Katzen, welche Situationen mit erhöhtem Risiko, wie es z.B. in Zwingern und Tierheimen der Fall ist, ausgesetzt sind, beschränkt ist.

 

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© Sabrina Domscheit 2018